seit 2013

Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen

Wir begrüßen Sie auf unserer Internetpräsenz zum Thema Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

 

In unserer Arbeit stellen wir immer wieder fest, dass jede Organisation bzw. jedes Unternehmen unterschiedliche Vorstellungen und Kenntnisse zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen hat, deshalb hier ein paar allgemeine Ausführungen.

 

Gemäß § 5 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz sind alle Arbeitgeber verpflichtet eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (ugs. psychische Gefährdungsbeurteilung oder GBpsych) für ihre Arbeitnehmer*innen durchzuführen, unabhängig von der Unternehmensgröße, also auch sogenannte KMUs (kleine und mittlere Unternehmen).

 

Das Gesetz entstand vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Arbeitswelt. Die Tätigkeiten der Arbeitnehmer verschieben sich immer mehr von körperlicher Arbeit hin zu rein geistiger Tätigkeit am Arbeitsplatz. Unternehmen und Verwaltungen werden damit vor andere Aufgaben als noch vor 10 Jahren gestellt. Festzuhalten ist, dass aufgrund der sich wandelnden Arbeitswelt ein deutlicher Anstieg von psychischen Erkrankungen zu verzeichnen ist. Laut der AU-Daten des DAK Gesundheitsreports 2017 sind die psychischen Erkrankungen weiter gestiegen, sodass bei einer Auflistung der zehn wichtigsten Krankheitsarten sie den zweiten Platz belegen. 

An dieser Stelle sind Organisationen und Unternehmen gefragt dem entgegenzuwirken bzw. laut Gesetz sind sie auch dazu verpflichtet. 

 

Wir haben weiterhin in unserer Arbeit festgestellt, dass viele Arbeitgeber sich mit dieser Aufgabe schwer tun oder überfordert sind. Sie können doch ihre Mitarbeiter*innen schon nicht für Bewegung und Ernährung motivieren und jetzt sollen sie auch noch für die Psyche verantwortlich sein. Oder fällt dieses Thema nicht eigentlich in die Privatsphäre? 

Die eindeutige Antwort ist nein. Es geht bei einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen nicht um die Psyche der Angestellten im Einzelnen. Vielmehr werden Tätigkeitsprofile und Arbeitsplatzanalysen im Allgemeinen erstellt, aus denen Schlussfolgerungen für Tätigkeitsbereiche formuliert werden. 

 

Im Dialog mit den Unternehmensführungen machen wir diesen gesamten Prozess transparent. Durch abgestimmte Verfahren und validierte Messungen werden innerhalb der Organisation Wirkungszusammenhänge sichtbar gemacht und zielführende Maßnahmen durch unser umfassendes Fachwissen entwickelt und umgestzt. Eine psychische Gefährdungsbeurteilung ist somit kein Selbstläufer, denn langfristig positive Effekte (auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht) können für die Unternehmen nur dann erzielt werden, wenn die GBpsych fachlich fundiert umgesetzt wird. Durch diese Ausführungen wird schnell klar, dass ein reines Abarbeiten der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen unter minimalistischen Gesichtspunkten nicht zielführend sein kann und letztendlich zu Lasten und Kosten des eigenen Unternehmens geht, besonders wenn entsprechende Risiken nicht erkannt wurden.